Psychologin Nathalia Lopez teilt Ihre Best Practices für eine bessere mentale Gesundheit

27 Dez ‘21
2 min
illustratie van iemand die lekker aan het relaxen is

Der beste Weg, wie du an deiner mentalen Gesundheit und Widerstandsfähigkeit arbeiten kannst, besteht darin, täglich deine Aufmerksamkeit darauf zu richten. Das muss gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen oder kompliziert sein. Indem du bewusst über Dinge nachdenkst, die du tust und dir ab und zu einen Moment dafür nimmst, die Verbindung zu dir selbst zu suchen, kannst du bereits viel erreichen.

 

Und wie geht das? Psychologin Nathalia Lopez teilt Ihre persönlichen Tipps, Routinen und Best Practices, mit denen Sie an Ihrer mentalen Gesundheit arbeitet.

 

Welche Routinen oder Übungen machst du für deine mentale Gesundheit?

 

“Ich nehme mir jeden Tag Zeit für mich selbst. Das muss keine Stunden dauern, aber ich versuche zum Beispiel, mindestens eine halbe Stunde am Tag komplett allein zu sein und wirklich abzuschalten. Keine Arbeit, kein Telefon und kein Fernseher, nur me, myself and I. In solchen Momenten suche ich die Verbindung zu mir selbst, um zu sehen, wie es mir geht. So kann ich voll und ganz entspannen.

 

Ein kurzer Spaziergang hilft auch dabei, diesen Moment mit dir selbst zu verbringen. Mein Professor Erik Scherder hat immer gesagt: “Durch einen guten Spaziergang wirst du kreativer, glücklicher und konzentrierter.”

 

Wir vergessen (zu) oft, dass es notwendig ist, auch mal eine Pause einzulegen und sich von der Hektik des Tages zu lösen. Dein Gehirn braucht Ruhe, um dann konzentriert und mit frischem Geist weiterzumachen.

 

Und schließlich besinne ich mich jeden Tag auf die Dinge, für die ich dankbar bin oder die ich an diesem Tag erreicht habe. Auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, hilft mir das, zufriedener zu werden.”

 

Was machst du, wenn es dir nicht gut geht?

 

“Ich mache einfach etwas, was mir Spaß macht oder was mich ablenkt. Ich bin Kolumbianerin und liebe Salsa. Wenn es mir nicht gut geht, zwinge ich mich dazu, Musik zu machen. Ich bin jedes Mal wieder überrascht, wie schnell meine Stimmung dann umschlägt und ich wieder durchs Zimmer tanze.

 

Etwas anderes zu tun, durchbricht deine Muster und hilft dir dabei, dich auf etwas anderes zu konzentrieren. Das Gegenteil passiert, wenn du in deinen Gedanken feststeckst. Deshalb zwinge ich mich zum Beispiel dazu, ein bisschen spazieren zu gehen, mit dem Fahrrad zum Supermarkt zu fahren oder zu tanzen.”

 

Wie wendest du Mindfulness in deinem Alltag an?

 

“Ich mag es, draußen spazieren zu gehen und mich auf die Natur um mich herum zu konzentrieren. Außerdem bin ich gerne kreativ, ich bastele zum Beispiel gerne oder mag es, Dinge mit meinen Händen zu machen. In solchen Momenten vergesse ich alles um mich herum, kümmere mich nicht um Gestern oder Morgen und mein Kopf ist gedankenleer. Ich konzentriere mich allein auf den Moment und auf das, womit ich gerade beschäftigt bin. Manche Menschen haben dieses Gefühl, wenn sie Sport machen, ich erlebe es, wenn ich etwas mit meinen Händen herstelle.”

 

Tip: Übe Mindfulness mit einem Psychologen

 

Was ist dein Motto?

 

“Es gibt immer einen Weg.”

 

Warum ist dir das so wichtig?

 

“Ich gebe nicht so schnell auf und bin sogar ein bisschen dickköpfig. Diese Eigenschaften helfen mir dabei, mich durchzusetzen, auch wenn es noch so schwierig oder gar unmöglich scheint. Ich lehne mich nicht zurück und bereue etwas, sondern suche immer nach neuen Möglichkeiten, Lösungen oder Alternativen. Manchmal muss man kreativ sein oder sich ein bisschen mehr anstrengen, um etwas zu erreichen, aber ich bin der Meinung, dass es immer einen Weg gibt.”

 

Was rätst du jemandem, dem es schwerfällt, mit seinen Gedanken umzugehen oder darüber zu sprechen?

 

“Schreibe deine Gefühle und Gedanken auf. Es ist nicht immer einfach, diese im Gespräch in Worte zu fassen. Das Aufschreiben, ob in Form eines Briefes an dich selbst oder als zusammenhangslose Geschichte, schafft einen besseren Überblick über deine Gedanken und macht dich frei. So weißt du besser, wie du bestimmte Dinge ausdrücken kannst und wie dir andere Menschen helfen können. Das macht es einfacher, um später darüber zu sprechen.”

 

Was ist die größte Lektion, die du bisher in deinem Leben gelernt hast?

 

“Sei widerstandsfähig. Im Leben flexibel und widerstandsfähig zu sein, ist eine Fähigkeit, die dir in vielen Situationen hilft, zum Beispiel, wenn etwas nicht nach Plan verläuft. In so einem Moment fühlst du dich nicht entmutigt, sondern stellst dich der Situation, indem du deine Herangehensweise veränderst. Wenn du widerstandsfähig bist, verwandeln sich Probleme in Herausforderungen.”

 

Welchen Tipp möchtest du noch aus Sicht deiner Rolle als Psychologin geben?

 

“Sei nett zu dir selbst. Selbstliebe ist einer der ersten Schritte, um besser mit den Herausforderungen umzugehen, denen du dich im Leben stellen musst. Suche regelmäßig die Verbindung zu dir selbst, um zu sehen, wie es dir geht und nimmt dir Zeit zum Entspannen. Und nicht vergessen: es ist erlaubt, Fehler zu machen. Vergib dir selbst und versuche es einfach noch einmal.”

 

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